Straßenverkehr in China

Straßenverkehr in China – Machen Sie sich bereit…!

Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Deutschland und China. Deutschland ist eine Autofahrernation, in der sich über Jahrzehnte hinweg eine entsprechende Fahrkultur gebildet hat. Eine relativ kompetente Bevölkerung folgt im großen und ganzen den Verkehrsregeln. Man kann es sich leisten, ohne Tempolimit auszukommen und die Unfallzahlen sinken von Jahr zu Jahr trotz steigender Motorisierung und Einwanderungswellen von potentiellen Verkehrsteilnehmern mit geringerem Bildungsgrad.

In China sieht die Situation jedoch anders aus. Traditionell ist das Fahrrad das Hauptverkehrsmittel im Reich der Mitte. Es gibt inzwischen zwar große Massen an Chinesen, die ihr eigenes Auto besitzen, das bedeutet jedoch nicht, dass sich über Nacht auch eine adäquate Verkehrskultur gebildet hat. Besonders schlimm verhält es sich in Stadtrandgebieten, dort wo die Bewohner teilweise über PKWs verfügen, teilweise jedoch mit einem der unzähligen anderen Transportmittel unterwegs sind.


Auf chinesischen Straßen finden man AUCH gewöhnliche PKWs, allerdings bewegt sich ein Großteil der Verkehrsteilnehmer auf zwei- oder dreirädrigen Fahrzeugen, Mopeds mit Anhängern, Fahrrädern oder einfach quer zu Fuß. Hinzu kommen zahlreiche große Busse, Linien- und Langstreckenbusse sowie und Lastwagen. Die Fahrbahnmarkierung wird dabei nicht unbedingt immer beachtet. Grundsätzlich gilt das Recht des Stärkeren. Als Fußgänger oder Fahrradfahrer muss man grundsätzlich aufpassen und/oder warten, auch wenn der andere Verkehrsteilnehmer keine Vorfahrt besitzt.

Darüber hinaus wird ausgiebig von der Hupe Gebrauch gemacht. Während in Deutschland meistens nur in Extremsituationen gehupt wird, hat man den Eindruck, dass in China die Hupe grundsätzlich betätigt wird, sobald sich ein Fahrzeug in Bewegung befindet. Besonders, wenn man auf zwei Rädern unterwegs ist, bietet sich es daher an, diesem Trend zu folgen, und darauf zu achten, dass man lautstark publik machen kann, dass man sich nähert. In bestimmten Zonen gilt Hupverbot, beispielsweise in der Innenstadt. Dies wird jedoch nicht vollständig eingehalten.

In China gehört es zum Alltag, dass sowohl Fahrräder als auch Mofas, Roller, Mopeds, Motorräder und sogar Autos nicht über entsprechende Beleuchtung verfügen. Zudem ist Fahren auf der falschen Straßenseite keine Seltenheit. Nicht jeder Verkehrsteilnehmer verfügt über einen entsprechenden Führerschein, und selbst diejenigen, die einen besitzen, haben nicht unbedingt das notwendige Geschick, um sich problemlos durch das Gewusel zu manövrieren.

Hinzu kommt, dass Lichtzeichenanlagen nicht unbedingt immer einwandfrei funktionieren, also auch schon mal grün und rot gleichzeitig anzeigen können. Ordnungskräfte sind nicht immer präsent, und selbst wenn sie es sind, wird nicht unbedingt weniger rücksichtslos gefahren. Es ist also Vorsicht geboten im chinesischen Straßenverkehr! Als Faustregel sollte man lieber nichts riskieren. Unfälle passieren häufig, sind jedoch selten tödlich, da Chinesen auf der anderen Seite etwas langsamer unterwegs sind, als man es aus Europa kennt.