Vorteile des Alltags eines Englischlehrers in China

by admin on 30. Oktober 2012

Etwas, das das Leben als Englisch-Lehrer in China besonders angenehm macht, ist der üblicherweise recht geringe Arbeitsaufwand. Man kann natürlich so ambitioniert agieren, wie man möchte und wirkliche Qualität liefern. Es herrscht jedoch kein übertriebener Erfolgsdruck, wie es im Arbeitsalltag einer gewöhnlichen westlichen Firma der Fall sein mag. Sicherlich gibt es noch Unterschiede zwischen einer Privatschule und einer öffentlichen. An meiner Schule (öffentliche Bildungseinrichtung) mahlen die Mühlen jedoch ziemlich ruhig.

Zunächst einmal sei die Stundenanzahl erwähnt. Vertraglich vereinbart sind 16 Unterrichtseinheiten pro Woche. Eine Unterrichtseinheit dauert 45 Minuten, der Rest bis zur vollen Stunde ist Pause (bei leicht variierenden Start- und Endzeiten). Mein Vorgänger schrieb mir noch, „This job is a breeze, if you only do the contracted hours!“ (dieser Job ist ein Kinderspiel, wenn du nur die vertraglich vereinbarten Stunden unterrichtest). Er sollte Recht behalten. In meinem speziellen Fall, nahm ich noch acht weitere Stunden hinzu, dies hat jedoch spezielle Gründe. Ohne diese Extrastunden wäre der Job hier noch etwas einfacher.

Weiterhin stellt sich noch die Frage, was tatsächlich unterrichtet wird. Nun ja, von meiner Fakultät bekomme ich nahezu keinerlei Vorgaben, wie der Unterricht auszusehen habe. Es gibt zwar ein Buch, dies allerdings habe eher optionalen Charakter. Mein Kollege meinte nur „ja, wenn ich mal nicht weiß, was ich machen soll, benutzen wir auch das Buch“. Insgesamt unterrichte ich jetzt also 24 Unterrichtseinheiten, was schon ziemlich viel ist. Dafür gibt es natürlich auch etwas Extra-Cash. Leider kein Betrag, für den man wirklich in Deutschland losgehen würde, allerdings kam ich ziemlich abgebrannt nach China, entschied also, dass ich jeden Cent gebrauchen konnte. Die 24 Stunden, die ich unterrichte, teilen sich auf in 12 Stunden für Erstsemester und 12 Stunden für Abschlusssemester. Pro Gruppe gebe ich also lediglich eine einzige neue Stunde pro Woche. Dies bedeutet lediglich zwei neue Stunden müssen wöchentlich vorbereitet werden. Ein Kinderspiel!

Zusätzlich verhält sich die Situation noch recht arbeitnehmerfreundlich in Bezug auf freie Tage. Das Semester beginnt im September, im Oktober 2012 liegt dann bereits eine gesamte Woche von freien Tage (chinesische Nationalfeiertage). Als Ausländer bekommt man weiterhin an meiner Uni zwei Tage frei an Weihnachten. Darüber hinaus sind Januar und Februar nahezu komplett frei (zumindest als „oral English teacher“, der keine Aufgaben während der Prüfungszeit wahrnimmt), hier liegen die Winterferien. Schließlich gibt es noch Sommerferien, also sind auch Juli und August freie Monate.

Arbeiten in China muss nicht unbedingt genauso ablaufen. Private Schulen geben manchmal lediglich zehn freie Tage pro Jahr. An einer öffentlichen Bildungseinrichtung mit entsprechenden Ferienzeiten kann jedoch hier in der VR China ein recht entspanntes Leben führen. Die freie Zeit kann man mit spannenden Reisen in China oder in benachbarten Regionen verbringen.


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